Spam- & Phishing-Mails erkennen

Betrügerische E-Mails landen immer wieder in unseren Postfächern. Sie sehen dabei längst nicht mehr immer verdächtig aus: Cyberkriminelle verwenden gefälschte Absender, bekannte Logos und täuschend echte Webseiten. Dank moderner KI können solche Nachrichten sogar sprachlich sehr professionell wirken.

Deshalb gilt: Nicht jede unerwartete E-Mail ist gefährlich – aber bei ungewöhnlichen Aufforderungen ist Vorsicht angesagt.

Spam oder Phishing – wo liegt der Unterschied?

Spam bezeichnet unerwünschte E-Mails, zum Beispiel Werbung oder Massenmails. Spam ist lästig, aber nicht automatisch gefährlich.

Phishing ist dagegen ein gezielter Betrugsversuch. Die Absender geben sich beispielsweise als Bank, Behörde, Softwareanbieter oder als bekannte Person aus und versuchen, an vertrauliche Informationen wie Passwörter, Kreditkartendaten oder andere persönliche Angaben zu gelangen. Häufig wird dazu ein Link auf eine gefälschte Webseite verschickt.

Spam und Phishing können sich überschneiden: Eine Phishing-Mail kann gleichzeitig als Spam eingestuft werden.

Unser Spam-Filter sortiert einen grossen Teil unerwünschter und betrügerischer E-Mails automatisch aus. Kein Filter erkennt jedoch 100 % aller gefährlichen Nachrichten. Deshalb ist ein gesunder Umgang mit E-Mails weiterhin wichtig.

Woran erkenne ich eine verdächtige E-Mail?

Achten Sie insbesondere auf folgende Punkte:

1. Unerwartete Links oder QR-Codes

Fahren Sie mit der Maus über einen Link, ohne ihn anzuklicken. Prüfen Sie, wohin er tatsächlich führt. Noch sicherer: Öffnen Sie die gewünschte Webseite direkt über den Browser oder verwenden Sie ein gespeichertes Lesezeichen, anstatt einem Link aus der E-Mail zu folgen. Das gilt auch für QR-Codes in E-Mails: Auch sie können auf gefälschte Webseiten führen.

2. Verdächtige Absenderadresse

Prüfen Sie nicht nur den angezeigten Namen, sondern auch die tatsächliche E-Mail-Adresse.

Wichtig: Auch eine scheinbar korrekte Absenderadresse ist kein sicherer Beweis für die Echtheit. Absender können gefälscht werden (Spoofing) oder das Konto einer bekannten Person kann kompromittiert worden sein.

Wenn eine E-Mail beispielsweise angeblich von einer Pfarrperson, einer Behörde oder vom Support von kirchenweb.ch stammt und Ihnen trotzdem ungewöhnlich vorkommt, fragen Sie bei der betreffenden Person bzw. Stelle auf einem separaten Kommunikationsweg nach.

3. Dringender Handlungsbedarf

Seien Sie besonders vorsichtig bei Formulierungen wie:

«Ihr Konto wird heute gesperrt.»
«Bestätigen Sie Ihre Daten innerhalb von 24 Stunden.»
«Ihre Zahlung ist fehlgeschlagen.»
«Klicken Sie sofort hier.»

Zeitdruck und Drohungen sollen verhindern, dass Sie die Nachricht in Ruhe überprüfen.

4. Ungewöhnliche Anhänge

Öffnen Sie keine unerwarteten Anhänge – insbesondere keine Dateien, die Sie nicht erwartet haben. Auch PDF- oder Word-Dateien sind nicht automatisch harmlos. Wenn Ihnen ein Anhang verdächtig vorkommt, fragen Sie beim vermeintlichen Absender nach, bevor Sie ihn öffnen.

5. Ungewöhnliche Aufforderungen

Seien Sie skeptisch, wenn Sie per E-Mail aufgefordert werden, beispielsweise

  • ein Passwort einzugeben oder zu ändern,
  • Kreditkarten- oder Bankdaten zu bestätigen,
  • persönliche Daten zu übermitteln,
  • Geld zu überweisen,
  • einen Anhang zu öffnen oder
  • sich über einen Link anzumelden.


Überlegen Sie: Habe ich diese Nachricht überhaupt erwartet? Passt die Aufforderung zum Absender?

Rechtschreibfehler oder eine unprofessionelle Gestaltung können Hinweise sein – sind aber längst kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal mehr.

Was sollten Sie bei einer verdächtigen E-Mail tun?

Wenn Sie unsicher sind:

Nicht klicken. Nicht antworten. Nichts eingeben.

  • Öffnen Sie keine verdächtigen Links oder Anhänge.
  • Geben Sie keine Passwörter oder persönlichen Daten ein.
  • Antworten Sie nicht auf die verdächtige E-Mail.
  • Prüfen Sie den Absender über einen anderen Kommunikationsweg.
  • Markieren Sie die Nachricht als Spam/Junk und löschen Sie sie anschliessend.

Das blosse Löschen einer E-Mail schützt allerdings nicht davor, dass ähnliche Nachrichten erneut eintreffen. Sie können den Absender in Ihrem Mailprogramm zusätzlich blockieren. Das ist jedoch keine Garantie, da Betrüger häufig wechselnde oder gefälschte Absenderadressen verwenden.

Sie haben bereits geklickt oder Daten eingegeben?

Keine Panik – handeln Sie möglichst schnell.

Passwort eingegeben?
Ändern Sie das betroffene Passwort sofort. Verwenden Sie für jeden Online-Dienst ein eigenes, starkes Passwort. Wenn es sich um Ihr E-Mail-Passwort handelt, sollten auch Passwörter von Diensten geändert werden, die mit diesem E-Mail-Konto verbunden sind.

Kreditkarten- oder Bankdaten eingegeben?
Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank bzw. den Kartenanbieter und lassen Sie die Karte gegebenenfalls sperren.

Geld verloren?
Erstatten Sie Anzeige bei der zuständigen Polizei.

Wo können Sie Phishing melden?

Verdächtige Phishing-Mails und Phishing-Webseiten können Sie in der Schweiz beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden:


Das BACS verwendet die Meldungen unter anderem, um Phishing-Webseiten zu identifizieren und entsprechende Gegenmassnahmen einzuleiten.

Wenn Sie durch einen Betrugsversuch einen finanziellen Schaden erlitten haben, sollten Sie zusätzlich bei der zuständigen kantonalen Polizei Anzeige erstatten.

Und wenn Sie unsicher sind?

Sie dürfen verdächtige E-Mails gerne mit dem Hinweis «Verdächtige E-Mail» an unseren » Support weiterleiten. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einschätzung und können bei Bedarf prüfen, ob Anpassungen am Spam-Filter sinnvoll sind.

Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu viel klicken.

Bleiben Sie aufmerksam. Bleiben Sie sicher.